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Nie wieder Krieg -

06.09.2015

Nie wieder Völkermord Mahnung am Ehrenfriedhof am Maschsee- Nordufer

In Hannover wird am 01. September eines jeden Jahres am seit den 1950er Jahren bestehenden "Antikriegstag" den Opfern von Krieg und Gewalt am Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer gedacht. Es wird dabei an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 01. September 1939 erinnert. Die Veranstaltung wurde in diesem Jahr von der Landeshauptstadt Hannover, der IG Metall und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. organisiert. Für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge sprach der Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Wilfried Lorenz.

Der Ehrenfriedhof ist ein 1945 angelegter, denkmalgeschützter Friedhof. Auf diesem Ehrenfriedhof ruhen 386 Zwangsarbeiter aus ganz Europa, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Hannover ermordet wurden. Unter ihnen befanden sich 154 Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, die bei einer Massenerschießung am 06. April 1945 auf dem Stadtfriedhof Seelhorst getötet worden sind. Während diese Kriegsverbrechen der Nazis der Vertuschung von Unrecht und Grausamkeit dienen sollten, wurde mit der Anlage des Ehrenfriedhofes am Nordufer des Maschsees ein Ort in innerstädtisch-zentraler Lage hinter dem Neuen Rathaus zum Gedenken gewählt.
Wilfried Lorenz
Mitglied des Deutschen Bundestages

Grußwort Antikriegstag - Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - Ehrenfriedhof - Maschsee Hannover, 1. September 2015

Herr Bürgermeister Hermann,
sehr geehrte Frau Pachauer,
meine Damen und Herren,
besonderer Gruß an die Jugendlichen!

Als Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge begrüße ich Sie ganz herzlich.
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, als heutiger Mitveranstalter neben der LHH und der IG-Metall, ist eine große auf Frieden und Versöhnung ausgerichtete Bürgerinitiative in Deutschland, die auf eine fast 100-jährige Tradition zurückblickt.
Das Gedenken an die Opfer der Weltkriege wird nicht mehr nur allein durch die Pflege ihrer Gräber, sondern, stärker als bisher, besonders mit der Jugendarbeit, Bildungs- und Begegnungsveranstaltungen sowie Reisen an die Orte der Erinnerung wahrgenommen. 'Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden! ', das ist unsere Leitlinie.
Wir sind heute an diesem Ehrenfriedhof zu Ehren und zum Gedenken der insgesamt 526 Kriegsgefangenen und Insassen von Konzentrationslagern verschiedener Nationalitäten zusammen gekommen.
Sie wurden am 6. April 1945 von der Gestapo nach einem Todesmarsch von Ahlem, dem damaligen Polizeigefängnis, durch Hannover - auf dem Seehorster Friedhof ermordet. Nur vier Tage später, am 10. April, marschierten die Alliierten in Hannover ein und beendeten das Grauen der Nazi-Herrschaft. Auf Anordnung des Britischen Stadtkommandanten wurden die Ermordeten vom Friedhof Seehorst zu dieser als Ehrenfriedhof von ihm bestimmten Gedenkstätte überführt. Diese wurde am 16. Oktober 1945 mit einer militärischen Zeremonie eingeweiht. Es waren Soldaten, die Deutschland vom Nazi-Terror und der Unmenschlichkeit der NS-Diktatur befreit hatten.

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Bürgermeister Thomas Hermann, Wilfried Lorenz MdB, 2. Bevollmächtigte IG-Metall Pia Pachauer
Ich freue mich, dass heute an diesem besonderen Ort die IG-Metall-Jugend Hannover auf die furchtbaren Ereignisse der Weltkriege hinweist. Darüber hinaus haben Jugendliche aus sieben Nationen auf Einladung des Volksbundes den Weg nach Hannover gefunden. Sie sind gekommen, um in einem Workcamp, das unter dem Motto 'Arbeit für den Frieden' steht, gemeinsam ein Zeichen für Frieden zu setzen.
Nicht nur deutsche, italienische, türkische, rumänische und bulgarische Jugendliche stehen heute hier. Auch junge Menschen aus Russland und der Ukraine haben in den letzten Tagen miteinander gesprochen und konstruktiv zusammengearbeitet. Das sollte doch auch zwischen Politikern möglich sein und ein Signal an die Verantwortlichen der Länder geben.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Camps sind im Stadtgebiet Hannovers auf Spurensuche gegangen und suchten Orte auf, die an die damaligen furchtbaren Ereignisse im nationalsozialistischen Deutschland erinnern. Sie waren auf dem Friedhof Stöcken. Auf diesem liegen 2.174 Tote aus dem Ersten und vor allem aus dem Zweiten Weltkrieg begraben.
Jedes Kreuz, jede Platte ist zugleich eine Mahnung für die Lebenden:
Nie wieder Krieg, nie wieder Opfer.

Meine Damen und Herren!
Die Jugendlichen waren natürlich auch hier auf der Kriegsgräberstätte am Maschsee. Sie setzten sich mit der Geschichte und den Geschichten dieser Orte auseinander und leitsteten durch Pflegearbeiten einen Beitrag zum Erhalt der Mahn- und Gedenkorte.
Am heutigen Tage geben die Jugendlichen aus verschiedenen Nationen in wenigen Minuten ein Statement für ein friedliches Miteinander und gegen jegliche Glorifizierung von Gewalt ab.
Und, meine Damen und Herren, wir sollten dafür Sorge tragen, dass sie dies in unserem Lande und anderswo stets frei tun können.
"Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen." heißt es in 'The Friends of Voltaire' von Evelyn Beatrice Hall 1906.
Diese Voltaire zugeschriebene Aussage ist eine Errungenschaft der Aufklärung und eine Grundlage unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, für die ich auch ganz persönlich eintrete.

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Grußwort Antikriegstag, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Ehrenfriedhof - Maschsee Hannover, 1. September 2015
Meine Damen und Herren!
Am 16. Oktober 1945 wurde dieser Ehrenfriedhof mit militärischem Zeremoniell eingeweiht. Sie werden fragen, warum sage ich dies erneut.
Ich sage das, um in Erinnerung zu behalten, dass es Soldaten waren, die unter Einsatz ihres Lebens Deutschland vom unmenschlichen Nazi-Terror befreit haben.
Nie wieder Krieg - ist eine richtige Aussage die ich teile - aber dazu gehört auch:
Nie wieder Opfer - das sind zwei Seiten einer Medaille. Die Völkergemeinschaft und damit alle Staaten sind verpflichtet, beide Seiten dieser Medaille zu realisieren.
Einzelne Personen haben natürlich das Recht, reinen Pazifismus für sich in Anspruch zu nehmen. Unsere Verfassung schützt das Recht auf Kriegsdienstvereinigung aus Gewissensgründen. Staaten jedoch sind nach dem Völkerrecht verpflichtet, Völkermord zu unterbinden. Die Völkermorde in Ruanda mit Hunderttausenden von Ermordeten und Srebenica lehrten uns, dass die Völkergemeinschaft nicht tatenlos zusehen darf und derartige Verbrechen unterbinden muss, wo auch immer in dieser Welt.
Gerade im Gedenken an die Opfer, vor denen wir heute stehen, ist es eine Verpflichtung für uns alle: 'Nie wieder Krieg - nie wieder Opfer!'
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Bei seiner Rede: Wilfried Lorenz MdB
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